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Tabori zieht um

Wie soll man eine Wohnung suchen, wenn es regnet? · Eine Groteske in 21 Aufzügen

Peter Roos, Friederike Hassauer , George Tabori , Maurice Weiss

ISBN: 978-3-85252-571-6
21 x 19 cm, 56 S., zahlr. Abb.: Duplexdr., Hardcover m. Schutzumschl.
€ 19,00
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Kurzbeschreibung

[Text von] Peter Roos & [Fotogr. von] Maurice Weiss.
[Nachw. von Friederike Hassauer (Ed.)]


Der große, alte Mann des Welttheaters und der komischen Literatur, George Tabori zieht um. Er verläßt Wien für Berlin und wird dabei vom Schriftstellerkollegen Peter Roos begleitet. Bei der Wohnungssuche in Berlin treffen sie auf den Lichtbildner Maurice Weiss, der den Such-Trupp mit der Kamera begleitet. Sie alle erfahren, daß für Tabori das Leben nur Theater und das Theater die höhere Form des Lebens ist und beides ‚nur‘ ein Spiel. Wenn auch verbunden mit Mühe, Zeit, Treppensteigen, Zimmerbesichtigen, Handwerkergesprächen und Architektendiskussionen. Wie ein Traumtänzer schwingt der Stückeschreiber durch die Immobilien, und seine Freunde, die für ihn die schönste Wohnung der Welt suchen, wissen am Ende nicht, ob er wirklich umziehen und gar eine Wohnung finden will, denn: ‚Es regnet!‘, sagt ihnen Freund George, und: ‚Wie soll man eine Wohnung finden, wenn es regnet?‘ Über diese Groteske hat Peter Roos eine witzig-tragische Groteske geschrieben, und Maurice Weiss hat sie kongenial ins Bild gesetzt.


Rezensionen
Iris Radisch: Peter Roos & Maurice Weiss, „Tabori zieht um“

Berlin, die Stadt, in die Tabori gehen muss, um zu sterben. In den Armen seiner Frau. Meint Peter Roos, der mit Tabori in Berlin auf Wohnungssuche war. Es regnete, „was es früher in Berlin nie gab“, sagt Tabori bei Roos.
Überhaupt „war Berlin früher viel schöner“, sagt Tabori. Aber das war lange vor dem letzten Krieg. Kein Wunder, dass Tabori bei dem Regen zusammen mit Peter Roos dann auch keine Wohnung gefunden hat.

(Iris Radisch, Rezension in: Die Zeit Nº 21/04, 13. Mai 2004)


https://www.zeit.de/2004/21/BELLETRISTIK


Beate Hennenberg: Künstlerische Wort- und Foto-Dokumentation über den Umzug George Taboris nach Berlin 1999, verbunden mit philosophischen Gedankengängen. (KT)

Gleichgültig, ob er nun tatsächlich eine Wohnung für gut befand oder nicht: Das Buch gibt darüber keine Auskunft und wollte es auch gar nicht. Der große alte Mann des Theaters, George Tabori, mittlerweile 90 Jahre alt, verließ vor fünf Jahren Wien. Peter Ross und Maurice Weiss, die ihn bei dem Stadtwechsel begleiteten, schenkten ihm die nun in der oberösterreichischen Bibliothek der Provinz erschienene, daraus entstandene „Groteske in 21 Aufzügen" als Abschiedsgeschenk. Tabori beim Handkuss, Taboris Blick aus dem Fenster, Tabori mit dem Malermeister, mit Brille, mit seinen zwiegenähten Budapester Schuhen. Das Dramolett, welches sich bei der Wohnungssuche abgespielt haben muss, bei Roos werden Taboris Worte zu Kunst: „Es regnet. Lass uns zurückfliegen nach Wien. Man kann keine Wohnung suchen in Berlin, wenn es nass ist“.

Neuerlich wird Taboris melancholisch-absurder Humor gezeigt, sein Durchhaltewille, sein Ausharren, sein bisweilen störrischer Trotz und das vielleicht gar nicht Ankommen-Wollen. Noch einmal: Tabori ist 90 Jahre alt. Er ist wohl krank und doch recht alt, er hat, das steht fest, nicht mehr viel Zeit. Wie man hörte, bezog er die dritte besichtigte Wohnung und hat sie bald darauf wieder aufgegeben. Ob bei ihm auch der Weg das Ziel ist?

(Beate Hennenberg, Rezension für: bn.bibliotheksnachrichten, 2004 [?])


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=17673&rezid=20769