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Thomas Bernhard – Portraits

Bilder & Texte

Sepp Dreissinger, Thomas Bernhard

ISBN: 978-3-900878-63-4
30×24 cm, 364 Seiten, zahlr. Abb.: Duplexdr., Hardcover m. Schutzumschl., im Schuber
39,00 €
Lieferbar

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Kurzbeschreibung

„Erzählen Sie mir von Bernhard. Wo wohnt er? Wie ist er?“ (Samuel Beckett)


Vor zwei Jahren erzählte mir Alfred Pittertschatscher von der Odyssee Sepp Dreissingers und dessen „großen“ Buchprojekt. Schon wenige Wochen später begegnete ich Sepp Dreissinger im Café Eiles in Wien, und er berichtete mir von seinen Abenteuern und Aufregungen mit Verlagen. Vor allem konnte er nicht verstehen, daß weder die deutschen noch die österreichischen Verlage sein Anliegen, dem Schriftsteller Thomas Bernhard ein gültiges Portrait zu widmen, realisieren wollten. Und um ehrlich zu sein: Ich war betroffen. Denn eigentlich, so glaubte ich, ist man doch als Verleger irgendwie auch stolz, so ein Buchprojekt von der Idee zum Buch bringen zu können.
Als Vor/bild/buch arbeiteten wir uns mit „Hauptdarsteller/Selbstdarsteller“ sozusagen zusammen. Dieses Buch wurde schließlich mit dem Österreichischen Staatspreis und dem Würdigungspreis ausgezeichnet.
Ja, und nach den ungeheuren Schwierigkeiten, aber auch angenehmen Überraschungen beim Zusammentragen der Fotos, der Texte, der Zitate, Bildlegenden … hoffe ich, ist uns nun schließlich dieses Portrait Thomas Bernhards gelungen.

Richard Pils, Verleger



Sepp Dreissinger hat Bernhard bereits fotografiert, als dieser für andere noch weit weniger interessant war. In Salzburg, es ist lange her: Dreissinger, Student des Mozarteums, entschlossen, Musiker zu werden. Bernhard, ehemaliger Student des Mozarteums, Dichter. Man sei doch über die Jahre verstreute Momente zusammengeblieben, sagt Sepp Dreissinger, und einander auch mehr geworden als Bildermacher und Bild.

Ernst Molden in „Die Presse“, 1991



„Es ist mir ein großes Vergnügen, Sie auf der Sommerakademie kennengelernt zu haben, und mir gefiel Ihr Portraitbuch sehr.“ Postkarten ähnlichen Inhalts bekommt Sepp Dreissinger häufig, aber diese speziell hält er in Ehren. Denn sie schließt mit den Worten: „All the best, sincerley yours, Henri Cartier-Bresson.“
Cartier-Bresson, einer der großen Alten der Fotografie, verkörpert für Dreissinger das, was auch er in seiner Arbeit erreichen will: die Konzentration auf den Augenblick; das uneitle Zurücktreten des Subjekts (Fotograf) hinter dem fotografierten Objekt; die Achtung vor dem Dargestellten (aber kein Kniefall).

Michael Freund in „Der Standard“, 1991



„Ich wünsche Ihrem Projekt viel Erfolg: Vor allem, was die von Ihnen gemachten Photos betrifft, haben Sie einen unverwechselbaren Thomas Bernhard für die Nachwelt festgehalten.“

Herzlichst, Dr. Peter Fabjan, 21.11.1990




[Zusammengetragen u. hrsg. von Sepp Dressinger | Eingeleitet u. betreut von Wieland Schmied \ Fotos von Christa u. Franz-Joseph Altenburg, Helmut Baar, Johann Barth, A. Bellingrath, Gabriela Brandenstein, Otto Breicha, Ilse Buhs/Remmler, Ingrid Bülau, Mara Clam-Martiniz, Rosemarie Clausen, Matthias Cremer, Sepp Dreissinger, Photo Ellinger, Emil Fabjan, Michael Guttenbrunner, Elisabeth Hausmann, Karl Hennetmair, Oliver Herrmann, Anneliese Heuer, Michael Horowitz, Photo Hosch, Grete Hufnagl, Ute Katschthaler, Mario Katzmayer, Barbara Klemm, Gerda Maleta, Renate von Mangoldt, Kurt Molzer, Victor Mory, Busso von Müller, Stephan Mussil, Ulrike u. Gabriel O’Donnell, Peter Peter, Andrej Reiser, Joseph Gallus Rittenberg, Photo Schaffler, Erika u. Franziska Schmied, Erwin Schuh, Photo Scope, Annemarie Siller-Hammerstein, Gerhard Sokol, Photo Steinmetz, Foto W. Tollinger, Abisag Tüllmann, Votava, Photo Weber, Jutta von Wihlidal, Traude Windbrechtinger, Heinz Wittgenstein, Axel Zeininger, Hilda Zuckerstätter / Texte von Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Ingeborg Bachmann, Peter von Becker, Hermann Burger, Antonio Fian, Krista Fleischmann, Michael Frank, Friedrich Heer, Karl Hennetmair, Benjamin Henrichs, Marlies Hörbe, Elfriede Jelinek, Karin Kathrein, Josef Kaut, Bernhard Minetti, André Müller, Claus Peymann, Reinhard Priessnitz, Andreas Graf Razumovsky, Marcel Reich-Ranicki, Wieland Schmied, Hilde Spiel, Botho Strauß, Karl Woisetschläger, Carl Zuckmayer / Cartoon von Manfred Deix]


Rezensionen
Süddeutsche Zeitung: Sepp Dreissingers schönes Bilder-Buch über den Schriftsteller Thomas Bernhard

Die Bilder, schon die Jugendbilder staunenswerterweise, sind von einer außerordentlichen Qualität, liebevoll und gekonnt reproduziert, feinsinnig angeordnet. Es liegt ein Zauber über diesem Bilder-Buch: es fesselt durch die Stationen, die man betrachtend mit Thomas Bernhard (in einigem Abstand natürlich) noch einmal durchmißt.

(Rezension in der Süddeutschen Zeitung vom [?.] März 1992)


Cornelius Hell: [Unterschiedliches zu Thomas Bernhard]

[…]

Ein eindrucksvolles Werk
Das wirkliche Großereignis für Bernhard-Leser ist der von Sepp Dreissinger in der „Bibliothek der Provinz“ herausgegebene Portrait-Band, der nach einer „Vorauflage“ im Jahr 1991 mittlerweile in noch bestechenderer Druckqualität erschienen ist. Über den Rang eines reinen Kultbuches erhebt ihn schon die Dokumentation der Theater-Aufführungen der Bernhard-Stücke wie auch der Wiederabdruck mancher schwer zugänglicher Texte über Bernhard. Die Fotos – zumeist von künstlerischer Qualität – markieren Bernhards Lebensstationen und zeigen die vielen Gesichter dieses Autors, die sich nicht auf ein Bild harmonisieren lassen. Erstmals ist auch Bernhards Vater Alois Zuckerstädter zu sehen; Bernhard ist ihm Zeit seines Lebens nie begegnet, und das Foto ist erst nach seinem Tod aufgetaucht. Eine Reihe von Schnappschüssen des „privaten“ Thomas Bernhard runden das Bild ab. Die widersprüchliche Einstellung des Autors zur Fotografie zeichnet der einleitende Essay von Wieland Schmied nach.

Kein Voyeurismus
An keiner Stelle sind diese Porträts ein indiskretes Guckloch in die posthum auf gerissene Privatsphäre eines Menschen. Aber sie bestätigen eindrucksvoll' das vorangestellte Bernhard-Zitat: „Die Physiognomie eines Menschen ist ja was sehr Interessantes, da ist ja schon alles drin.“ In fast allen Fällen besticht die Korrespondenz der Fotos mit den kurzen Text-Zitaten, auch bei den sparsam wiedergegebenen Bildern vom „Land“, von der Umgebung Bernhards.
Dieser großartige Bildband schüttet das literarische Werk nicht zu, ebnet es nicht ein in die Bilder der Lebensgeschichte. Aber er zeigt uns den Menschen Thomas Bernhard unverstellt, von der bedrohten Armseligkeit der Kindheit und den Versuchen der Jugend über die Stationen des bekannten Autors bis zur tödlichen Atemnot seiner letzten Zeit.
Schroffe Abweisung und Momente der Nähe, die Suche nach Heimat und das Dazugehörenwollen wie die Einsamkeit und die verzweifelte Kraft, sich von allem und allen abzusetzen und radikal bis zum Selbstwiderspruch zu sein, spiegeln sich in diesen Bildern.

(Cornelius Hell, Rezension in der Furche #37/22 vom 10. September 1992, S. 8)


https://www.furche.at/meinung/unterschiedliches-zu-thomas-bernhard-7212707




Weitere Bücher des Autor*s im Verlag:


66 Portraits aus der Vorarlberger Kultur


Hauptdarsteller / Selbstdarsteller


Thomas Bernhard – Portraits [Kalender]


Volksoper Wien


Von einer Katastrophe in die andere


Was reden die Leute

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