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Kurzbeschreibung

Das ursprünglich als Countdown zum Dreißiger konzipierte Schreibprojekt Na Eve? ist ein wilder Mix aus alten Tagebucheintragungen, Alltagssituationen, Einblicken in die Arbeitswelt einer Filmschaffenden, erotischer Trivialliteratur, Fantasie und Träumerei sowie Gedankengängen querbeet. Aufgrund einer stetig wachsenden Leserschaft begann sich die Reise zum Ich zu verselbstständigen und wurde zu einem beliebten täglichen Blog in einem sozialen Netzwerk.
In diesem Best-of, einer Melange aus Hochsprache, Innviertler Dialekt mit bayrischem Einschlag und Wienerisch, lässt uns die Autorin in sehr direkter, schamloser Ausdrucksweise an ihrer Gedanken-Welt teilhaben. Mit trockenem Humor, Wortspielereien, trügerischer Naivität und unterschwelligen Doppeldeutigkeiten prangert sie leidenschaftlich Scheinheiligkeit, Doppelmoral und Engstirnigkeit an – ohne sich selbst davon auszunehmen!
Das Selbstverständnis, den Menschen als ambivalentes Wesen zu begreifen und der sehr offene Umgang mit Sexualität verleihen Na Eve? zusätzlich Authentizität. Und da der Mensch mehr ist, als das, was das Außen wahrnimmt, verschwimmen im Text bewusst die Grenzen. Realität oder Fiktion, Traum oder Wirklichkeit? Entscheiden Sie selbst.



Rezensionen
Diana Weidlinger: Wie aus einem privaten Blog ein Buch wurde …

„Fifty Shades of Grey“ und „Feuchtgebiete“ bekommen Konkurrenz aus dem Innviertel: Eva-Maria Dullinger nimmt in ihrem ersten Buch „Na Eve?“ kein Blatt vor den Mund und schreibt sich ihre Fantasien und Träume von der Seele. Dass es sich bei ihrem Erstlingswerk jedoch um mehr als um erotische Trivialliteratur handelt, hebt die 37-Jährige hervor: „Der Leser findet sich in einem wilden Mix aus alten Tagebucheinträgen, Alltagssituationen, Einblicken in die Arbeitswelt einer Filmschaffenden, Gesellschaftskritik und Gedankengängen querbeet wieder.“

Ursprünglich waren Dullingers Niederschriften jedoch nicht als Buch, sondern als persönliches Schreibprojekt auf dem Internetportal MySpace konzipiert. „Die Blogeinträge waren eigentlich nur als Countdown zu meinem Dreißiger angelegt. Aufgrund einer stetig wachsenden Leserschaft hat sich meine Reise zum Ich aber irgendwann verselbstständigt und ich habe einfach weitergeschrieben.“ Durch das Schreiben habe sie gewisse Themen schließlich aufarbeiten können und ihr Leben auf den Kopf gestellt. „Ich habe mich 2007 beruflich in einer ziemlichen Sinnkrise befunden – man kann es auch Midlife-Crisis nennen. Durch mein Mitwirken beim Film hatte ich teilweise 70- bis 90-Stunden-Wochen, was mir jegliche Kraft genommen hat und mich an allem Zweifeln ließ“, schildert Dullinger. Mittlerweile hat sie sich in der Filmbranche rar gemacht und sich zum landwirtschaftlichen Facharbeiter ausbilden lassen.


Nicht kindgerecht

Wie gewisse inhaltliche Beschreibungen bereits vermuten lassen, empfiehlt sich für die Lektüre ihres Buches ein Mindestalter von 18 Jahren. „Der offene Umgang mit Sexualität und die teils doch sehr aggressive Sprache schließt Kinder als Zielgruppe auf jeden Fall aus. Für manche Aspekte braucht man auch einfach das richtige Alter, um sie überhaupt nachvollziehen zu können – da ist vielleicht auch Anfang 20 zu jung“, so Dullinger. Schön finde sie jedoch, dass es nach oben hin keine Altersgrenze unter der Leserschaft gebe: „Eine 75-jährige Leserin hat mir als Feedback gegeben, dass mein Buch einen super Einblick in die Wünsche und Ängste der jüngeren Generation vermittle.“


„Der Mensch entwickelt sich“

Auf die Frage, ob sie heute noch so wie damals schreiben würde, antwortet die mittlerweile 37-Jährige mit einem klaren Nein: „Ich bin die Summe meiner Vergangenheit. Die Zeit rund um meinen 30er kennzeichnete den Beginn einer sehr turbulenten Zeit. Ich war völlig überarbeitet, was sich in Verfassung und Sprache widergespiegelt hat. Viele der Themen von damals sind nicht mehr die Themen von heute. Dennoch stehe ich voll und ganz hinter dieser Lebensphase.“


Angst vor negativer Kritik?

Auch wenn der Titel ihres Buches ein Wortspiel mit ihrem Namen und einer Charaktereigenschaft ist, ist Dullinger in diesem Kontext nicht so naiv zu glauben, dass sie nur positive Kritik ernten wird. „Es steht außer Frage, dass es Menschen geben wird, die meine oftmals schamlose Ausdrucksweise abstoßend finden. Wenn ich sagen würde, dass mich das kalt lässt, wäre das gelogen. Hätte ich mich aber selbst zensiert, hätte ich mich selbst verleugnet. Leben und leben lassen, lautet daher meine Devise.“


(Diana Weidlinger, Rezension in den Oberösterreichischen Nachrichtenvom 19. Juli 2015)


https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/Wie-aus-einem-privaten-Blog-ein-Buch-wurde;art70,1904008


Elena Auinger: Offen, humorvoll und ironisch ist das Erstlingswerk von Eva-Maria Dullinger

Eva-Maria Dullinger veröffentlichte Anfang Juni ihren Debütroman „Na Eve?“


Bis 30 ein Buch schreiben, das war das große Ziel von Eva-Maria Dullinger. Jetzt ist die Schardenbergerin 37 und hat es mit ein wenig Verspätung geschafft: ihr erstes Buch „Na Eve?" ist erschienen. Inhalt des Werkes: gesellschaftskritische Texte, Tagebuchaufzeichnungen, Erinnerungen, sexuell offenherzige Geschichten sowie Texte zur Arbeitsweise einer Filmschaffenden.

Eva-Maria Dullinger lebt überwiegend in Wien. Sie ist Filmschaffende und jetzt auch Autorin. Anfang Juni ist ihr erstes Buch „Na Eve?" beim Waldviertler Verlag „Bibliothek der Provinz" erschienen. (…) Im Interview erzählt die Schardenbergerin, warum sie es bis zum 30. Geburtstag nicht geschafft hat ihr Buch zu veröffentlichen, über ihren offenen Umgang mit Sexualität und woran sie aktuell arbeitet.


Tips: Was hat es mit dem Titel „Na Eve?" auf sich?

Eva-Maria Dullinger: Ein Wortspiel, das ein Freund von mir kreiert hat. Ich finde es wunderbar. Es ist in Ordnung, dass man vieler meiner Haltungen, Handlungen und Hoffnungen als naiv bezeichnet. Um sich selbst besser einordnen zu können, kategorisieren Menschen nun mal – das ist völlig normal.

Sie sind heute 37: Warum erscheint das Buch erst jetzt?

Meine Blogs sind damals nicht mit der Intention entstanden, ein Buch zu schreiben. Eine gute Freundin hat mich dazu gedrängt, aus den über 650 Texten die besten rauszusuchen und zu veröffentlichen. Und von der ersten positiven Rückmeldung des Verlags bis heute sind noch einmal zwei Jahre vergangen.

Würden Sie denn heute noch so schreiben wie damals?

Nein. Der Mensch entwickelt sich. Ich erwähne es auch im Buch: Ich bin die Summe meiner Vergangenheit. Die Zeit rund um meinen 30er kennzeichnete den Beginn einer sehr turbulenten Zeit. Mein ganzes Leben habe ich auf den Kopf gestellt. Ich war völlig überarbeitet, was sich in Verfassung und Sprache widerspiegelt, außerdem sind viele der Themen von damals nicht mehr die Themen von heute. Trotzdem stehe ich voll und ganz hinter dieser Lebensphase.

Zu ihrem offenen Umgang mit Sexualität: Haben Sie denn keine Bedenken, dass man Sie deshalb anprangern wird?

Es steht außer Frage, dass es Menschen geben wird, die meine oftmals schamlose Ausdrucksweise abstoßend finden werden. Doch auch das ist völlig normal, stellt man doch durch die Vorstellung des eigenen Lebenskonzeptes unbeabsichtigt das des anderen in Frage. Leben und leben lassen, lautet daher meine Devise. Toleranz und mehr Gelassenheit sind in diesem Zusammenhang ebenso gute Stichwörter. Und all jene Menschen, die der Meinung sind, ‚Das gehört sich nicht!‘, möchte ich ganz einfach bitten, das Buch nicht zu kaufen.

Klingt wie ein PR-Gag.

Nein, das ist tatsächlich kein Verkaufsschmäh, es ist, was es ist – ein gut gemeinter Ratschlag nämlich. Abgesehen davon ist Sex nur ein Teil des Ganzen, er spielt keine reißerische Rolle, sondern nur eine unter vielen. Außerdem ist „Na Eve?" nur mehr bedingt autobiografisch, durch das spätere Überarbeiten blieb vom Original nur mehr wenig übrig.

Also keine Angst vor einem Shitstorm?

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass mich ein Shitstorm kalt lassen würde, doch hätte ich es anders gemacht, hätte ich mich selbst verleugnet. Und das will ich nicht.

Woran arbeiten Sie aktuell?

Zum einen beschäftige ich mich im Zusammenhang mit dem beängstigenden europaweiten Rechtsruck in einem Langzeitprojekt mit den unzähligen Möglichkeiten, wie Menschen beeinflusst und manipuliert werden können, ohne dass sie das wissen. Dabei herauskommen soll eine Art Sachunterrichtsbuch, das es in sich haben wird, so viel kann ich versprechen. Zum anderen habe ich soeben die Recherche zu zwei Drehbüchern abgeschlossen. Nun gehören sie geschrieben.


(Elena Auinger im Gespräch mit Eva-Maria Dullinger in der Tips Schärding vom 6. Juli 2015)


https://www.tips.at/nachrichten/schardenberg/land-leute/319828-offen-humorvoll-und-ironisch-ist-das-erstlingswerk-von-eva-maria-dullinger


Stephen Sokoloff: Eva-Maria Dullinger, „Na Eve?“

Eva-Maria Dullinger analysiert das Alltägliche

Die 37-jährige Autorin zeigt uns in diesem sehr freizügigen Werk unverhüllt ihre Träume und Fantasien. Mit Sexualität geht sie ganz offen um und bedient sich manchmal einer aggresiven Sprache. Sie redet auch über Alltagsituationen, ihre Arbeit als Filmschaffende und ihre Sinnkrise.

Das Buch begann als Blog auf dem Internet-Space „My Portal“. Immer mehr Leser wollten sie auf ihrer „Reise zum ich“ begleiten, und so ist dieses Buch entstanden. Was Dullinger uns bietet, ist ein Mix aus Tagebucheinträgen, Gedanken, gesellschaftskritischen Bemerkungen und vieles mehr.

Nicht alle Leser sind begeistert, einige finden ihren Seelenstriptease abstoßend und langweilig. Das hatte sie auch nicht anders erwartet, trotzdem lässt sie die Kritik nicht kalt. Immerhin dankte ihr eine 75-jährige Leserin für den „Super-Einblick in die Wünsche und Ängste der jüngeren Generation“.

(Stephen Sokoloff, Rezension in: MagazInn, Ausgabe Dezember 2015)


Helene Breitenfellner: „Ich bin brav und böse“

Eva-Maria Dullinger mutet ihren Leser*innen einiges zu.

In ihrem Erstlingswerk, das ursprünglich als privates Schreibprojekt in einer schwierigen Lebensphase rund um ihren 30er gedacht war („Ich war überarbeitet und gerade dabei, mich an die Wand zu fahren“), nimmt uns die in Wien lebende Filmschaffende mit auf eine wilde Reise quer durch pornografische Tagträume, Erinnerungen an ihre Jugend in der Innviertler Sauwald-Gegend, Eindrücke von ihren Reisen sowie von Alltagsbegegnungen in überfüllten ÖBB-Zügen, Freibädern oder auf Filmsets.

Mit Ironie und einem geradlinigen Mix aus Hochdeutsch, Fäkalsprache und Dialekt erzählt Dullinger über ausbeuterische Arbeitsumstände im Filmbusiness und lässt uns teilhaben an Gedankengängen zu unterschiedlichsten Fragen des menschlichen (Zusammen)Lebens, seien es nun eschlechterverhältnisse, Intimrasuren, Stadt- und Landleben, Rauchverbot, Hundstrümmerl oder Wunderbäume. Schonungslos!

(Helene Breitenfellner, Rezension in: WeiberDiwan. Die feministische Rezensionszeitschrift, Sommer 2016)


http://weiberdiwan.at/cms/wp-content/uploads/2016/07/WD_1606_Final_.pdf#page=38