Josef Linschinger – Wort wird Bild
Josef Linschinger
ISBN: 978-3-99028-564-0
17×12 cm, 136 Seiten, zahlr. Abb., Hardcover m. Lesebändchen | Text dt., engl., franz. & japan.
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Kurzbeschreibung
Josef Linschingers langjährige Auseinandersetzung mit Japan findet vornehmlich im Bereich der Zeichen statt. In mehreren Arbeiten hat er die unterschiedlichen Zeichen in den japanischen Aufzeichnungssystemen mit den Zeichen der alphabetischen Schrift in Beziehung gesetzt. Der Fokus dabei liegt auf der Form bzw. auf der grafischen Qualität der Zeichen, aber auch funktionale Entsprechungen, wie sie etwa in den Vokalen der beiden Systeme vorliegen, können zum Ausgangspunkt für ästhetische Anordnungen werden (POESIE DER VOKALE, 2009).
Bislang hat sich Linschinger in seinen japanischen Arbeiten auf das Zeichensystem des Kana beschränkt, das heißt auf die Silbenzeichen des Hiragana und Katakana, die – wie die Zeichen des Alphabets auch – an sich bedeutungslos sind. Diese beiden Silbenschriften unterscheiden sich funktional, indem die erstere der morphologischen Notation dient, während letztere vor allem verwendet wird, um ausländische Wörter im Japanischen wiederzugeben. Sie unterscheiden sich aber auch formal – Hiragana sind komplexer und runder, Katakana auf einfache geradlinig-eckige Formen reduziert –, weshalb auch ästhetische Gesichtspunkte für ihre Verwendung ausschlaggebend sind. Dies gilt besonders, wenn es um ästhetisch zu vermittelnde Botschaften geht wie in der Literatur, aber auch in der Werbung. Aus interkultureller Sicht besteht der Reiz ihrer Verwendung darin, sie mit anderen Schriftzeichen, z. B. den Buchstaben des Alphabets, spielerisch zu konfrontieren und so auf beiden Seiten ein Bewusstsein für deren ästhetische Qualitäten zu schaffen.
Mit der Arbeit WORT WIRD BILD geht Linschinger nun einen entscheidenden Schritt weiter, indem er nicht mehr nur Silbenzeichen verwendet, sondern auch Bedeutungszeichen, die aus dem Chinesischen stammenden sogenannten Kanji. Das sind mehr oder weniger komplexe, aus einem bis mehr als zwanzig Strichen bestehende Gebilde, die eine Bedeutung anzeigen und daher einem Wort (genauer: einem Lexem) entsprechen. Die Strichkombinationen der Kanji ergeben in jedem Fall ein „Bild“, auch wenn sich die Konkretheit des Abbildungsverhältnisses je nach Kanji-Typ unterscheidet, sodass in diesen Schriftzeichen Wort und Bild zur Deckung kommen. Im Kanji ist das Wort Bild geworden und hat Linschinger offenbar zu einer Arbeit inspiriert, welche die Wörtlichkeit des Bildes oder die Bildlichkeit des Wortes zum Thema hat.
Als Ausgangslage hat er 60 Wortpaare von je vier Buchstaben pro Wort aus Sprichwörtern, Aphorismen, Redewendungen, Tropen oder aus der Volkspoesie genommen, um dann jedes Wort nach einem bestimmten System durch Ineinanderschieben der Buchstaben zu komprimieren und dadurch ein „Bild“ eben dieses Wortes entstehen zu lassen. Was dabei entsteht, sind aber nicht nur Zeichengebilde, die zur Entzifferung einladen, sondern auch Chiffren aus Geraden und Bögen, Horizontalen, Vertikalen und Diagonalen, die wie grafisch-figurale Übersetzungen der die Wortpaare kennzeichnenden klanglich-semantischen Magie erscheinen. Unter jedes dieser so entstandenen „Wortbilder“ ist das der Wortbedeutung entsprechende Kanji gesetzt, flankiert von den Aussprachemöglichkeiten desselben, deren japanische links davon in Hiragana, und deren chinesische rechts davon in Katakana wiedergegeben wird. Da es besonders bei letzterer mitunter mehrere Möglichkeiten gibt, lag die Auswahlentscheidung bei Tsuneo Sunaga, der sie übersetzt hat.
Der interkulturelle Charakter dieser Arbeit wird außerdem noch dadurch betont, dass die Wortpaare und Texte auch ins Englische und Französische übersetzt werden. Darin ist Linschingers Auffassung erkennbar, den kulturellen Austausch im wesentlichen als Übersetzung zu begreifen: als Übersetzung von Sprachen, aber auch als Übersetzung von verschiedenen Zeichensystemen in einander.
(Walter Ruprechter)
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Etc
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Kunst im Salzkammergut ; 3 : [1]. Die Keramik
Kunst im Salzkammergut ; 3 : [4]. Alte Meister
Kunst im Salzkammergut ; 3 : [5]. Geometrie + Konzept
Kunst im Salzkammergut · III, [2] : Landschaftsbilder – Bildlandschaften
MATERIAL – Konzept / Konstrukt [CD-R]
Poesie der Vokale
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„Der Traunseher“ und die Bildmanufaktur Traunsee