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Kurzbeschreibung

Flamingos sind wunderschön. Ihr pinkes Gefieder und ihre ästhetische Figur machen sie zu einzigartigen Wesen. Sie strahlen Freude, Glück und Zufriedenheit aus. Sie fühlen sich wohl in ihrer Welt, haben Spaß am Leben und Genuss beim Essen.
Auch ich bin ein Flamingo. Oder besser gesagt: Ich bin wieder ein Flamingo.
Denn vor zwei Jahren erkrankte ich an Anorexia nervosa, auch Magersucht genannt, durch die ich meinen Scharm verlor. Mein ästhetischer Körper magerte bis zu den Knochen hin ab, meine Federn fielen aus und das bunte Gefieder wurde immer blasser… Ich entwickelte mich zu einem ausgemergelten, hässlichen Vögelchen. Alle nahmen mein Untergewicht und meine lebensbedrohliche Situation wahr – alle, nur ich nicht. Denn ich fühlte mich immer noch wie ein Flamingo.
Es hat lange gedauert, bis auch ich einsichtig wurde. Trotzdem war es nicht leicht, wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren. Denn die Magersucht zu besiegen, ist ein harter Kampf. Doch ich habe es geschafft!
Ich weiß, dass es viele Anorexie-Erkrankte gibt, die verzweifelt einen Ausweg aus dieser heimtückischen Krankheit suchen. Diesen Menschen will ich Hoffnung geben, indem ich meine Geschichte erzähle. Die Geschichte, wie ich von einem hässlichen Vögelchen wieder zu einem prachtvollen Flamingo wurde.



Rezensionen
Susanne Karr: Endlich wieder normal

Was ein Flamingo mit Anorexie zu tun hat, bleibt unklar – die Erzählerin vergleicht sich in ihrem Normalzustand mit dem hübschen rosa Vogel, und im Zuge ihrer Magersucht sieht sie sich Federn verlieren und drastisch an Schönheit einbüßen. Im Büchlein finden sich immer wieder niedliche Flamingos als Markierungen, um Abschnitte zu unterteilen. Im Plauderton berichtet Julia Kohlhofer von ihrer Erkrankung, versucht hie und da die Gründe zu eruieren, kommt dann aber immer wieder darauf zurück, dass sie den eigentlichen Auslöser nicht finden kann. Mutmaßungen gibt es schon, Enttäuschung in Freundinnenschaften, das Gefühl, nicht ebenso begehrt zu sein wie sie. Sie schildert die fortschreitenden Probleme ihrer Krankheit, Magenschmerzen, Notinterventionen mit Magensonden, aber auch den starken Rückhalt durch Familie und ihren Freund. Sehr rigoros und pauschal verurteilt sie die Unterstützungsversuche seitens PsychologInnen und PsychotherapeutInnen, denen sie jede Wirkung abspricht, obwohl sie weiß und schreibt, dass jeder therapeutische Erfolg nur durch Eigeninitiative eintreten kann. Nach Überwindung der Krankheit herrscht eine etwas unreflektiert wirkende Freude über die wieder erlangte „Normalität“, in der man abends ausgeht und alles essen kann. Fast als gäbe es am Status Quo der Gesellschaft nichts zu kritisieren, und ihr eigenes zeitweiliges Hinausfallen aus der „Normalität“ sei nicht ergründbar. Wie sie aus dem Teufelskreis entkommen ist, schreibt sie jedenfalls nicht.

(susa, Rezension in: WeiberDiwan. Die feministische Rezensionszeitschrift #1/19, Sommer 2019, S. 19 f.)


https://weiberdiwan.at/cms/wp-content/uploads/2014/08/WD_Sommer_2019-1.pdf#page=10