Warenkorb
0€ 0

Kurzbeschreibung

[Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung Alfred Klinkan. Wasnichtallessorauskommt, Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, 27. September 2019 – 12. Jänner 2020.
Hrsg.: Günther Holler-Schuster. Mit Beiträgen von Ulrich Becker, Fred Bervoets, Ernest Van Buynder, Jan Cox, Wolfgang Drechsler, Günther Holler-Schuster, Alfred Klinkan, Peter Peer, Drago Prelog, Adriaan Raemdonck, Roman Scheidl, Wolfgang Schlag, Paul De Vree & Turi Werkner.]
[artedition | Verlag Bibliothek der Provinz]



Vor etwa 25 Jahren starb Alfred Klinkan, 2020 wäre er 70 Jahre alt geworden. Er war ein künstlerischer Einzelgänger, gleichzeitig aber ein Vorreiter der „Neuen Malerei“ in Österreich, die er in der Folge wesentlich mittrug. In den frühen 1970er-Jahren studierte er in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei Mikl und Hollegha und setzte damit auf Malerei, was in Zeiten der Performance-, Konzept- und beginnenden Medienkunst bereits anachronistisch anmutete.

Die nahezu psychedelischen Farbexplosionen der 1980er-Jahre waren in den 1970er-Jahren zwar schon latent vorhanden, aber Klinkan war damals eher mit Experimenten beschäftigt, die sowohl malerische als auch konzeptuelle Überlegungen bündelten. Der provokante Unterton seiner frühen Arbeiten, der in verblüffendem Kontrast zur scheinbaren Naivität seiner Bildsprache steht, erklärt sich aus dem Eindruck der Dynamiken rund um das Protestjahr 1968.

Kunstrichtungen wie der Wiener Aktionismus, die Wirklichkeiten oder die Pop-Art allgemein verdichtete Klinkan in seinem Werk zu etwas anarchisch Eigenständigem. Seine Affinität zur Literatur – er schrieb auch Gedichte und kurze Prosa – erweiterte den narrativen Gehalt seines Werkes zusätzlich. Ein kindlicher Witz, der bisweilen ins Obszöne kippte, durchzog sein Werk von Beginn an. Erinnerungen an die Märchenwelt der Kindheit und die Beschäftigung mit Fabeln und Mythen unterstreichen die Vielfalt des Klinkan’schen Kosmos.

Die doppelbödige Naivität und der damit verbundene Humor seiner Kunst, die sich in seinen späteren Gemälden noch weiter verdichten und ausformen sollten, übertrugen sich selbstverständlich auf das reale Leben, das Klinkan oft als Story, als Comic oder überhaupt als Wunder begriff – Long live Rock’n’Roll, das lange Haar, das warme Bier und der letzte Tschick!