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Kurzbeschreibung

„Jeder Mensch ist ein Philosoph“, revolutionierte Sir Karl Popper das Verhältnis zwischen Bürger und Wissenschaft in einer offenen Gesellschaft.
Jeder Mensch ist aber auch ein Reisender durch Raum und Zeit. Dies umso mehr in der Wendezeit unserer Tage, in der jeder Einzelne vor einer, vor seiner existenziellen Herausforderung steht, Bestimmtheiten im Unbestimmten zu formulieren – für sein eigenes Leben ebenso wie für jene Gemeinschaften, denen er sich zugehörig fühlt, bis hin zum gemeinsamen Europa. Europa, das sind seine Menschen. Auf dem, worauf diese aufbauen, baut auch Europa auf. Was aber ist dies?
An erster Stelle steht der Umstand, dass jeder nur einmal und für begrenzte Zeit lebt – dieser Einmaligkeit und Vergänglichkeit wohnt die Würde des Menschen inne. Die Frage nach Woher und Wohin führt zur Liebe, der alles entspringt, die das Leben trägt und die über alles hinausweist. Erfülltes Leben ist Entfaltung in Freude am Denken und Gestalten. Der Umstand, dass jeder unvollkommen ist, begründet den Menschen als soziales Wesen, das seines Spiegels im anderen und seiner Ergänzung durch den anderen bedarf. Ideen und Träume sind das Geschenk der Liebe und des Lebens als treibende Kraft individueller Verwandlung zum Guten. Das Gewissen fungiert dabei als Maßstab, ermöglicht aber gerade im Verzeihen von Fehlern das Heilen von Wunden und ein Werden zwischen Gelingen und Irrtum.
Dem entspringt das Konzept eines Europas, das freien Bürgern Räume zur Entfaltung in bewusst gestalteter Verantwortung eröffnet, um seinerseits aus der Kraft ihres Geistes und Strebens Energie zur Verwandlung zu beziehen und die Welt, die Zeit, in die wir gehen, aktiv zu gestalten: Klimawandel, Globalisierung, Millenniumsziele, Interessensausgleich. Die besondere, paradox scheinende Herausforderung besteht darin, indem jeder Mensch für sich und andere in seinem innersten Kern Geheimnis bleibt, ein Europa denken zu lernen, das seinerseits Kraft aus dem Geheimnis schöpft. Dessen Kern liegt im Mysterium des Lebens in seiner unendlichen Vielfalt, seinem Willen zum Leben – und zugleich seiner Verletzlichkeit. Es geht erst in zweiter Linie darum, in Vergänglichkeiten Bleibendes zu schaffen. Individuelle Sicherheit im Strom des Seins entspringt vielmehr dem Wissen um jene Bestimmung, die im Staunen der Welt ihre Wunder zurückgibt und in der sich der Einzelne als Beschenkter und Schenkender, als VerAntwortender erfährt.
Geschichte und Kultur sind Ausdruck des Umgangs des Menschen mit dieser seiner Rätselhaftigkeit. Wer im kulturellen Erbe der Menschheit die verschiedenen Annäherungen an die menschliche Bestimmung zu lesen sucht, wird Grenzen zwischen Völkern und Kulturen nicht als Trennlinien erleben, sondern als Einladung, in Respekt voneinander zu lernen und einander zu bereichern. Am Ende dieses Weges sollte eine neue Weltordnung stehen als Forum für diesen Dialog des Lebens und Wirtschaft als eine Ebene, dieses wechselseitige Verstehen in der Herausforderung der Frage zu fördern und zu entwickeln.
In diesem Sinn ist dieses Buch die Einladung zu einer Reise, zum Erleben, Nach- und Weiterdenken. Vor allem aber ist es Ermutigung zum Vertrauen in das Positive in jedem von uns, in Bildung als lebensfrohe Brücke vom Ich zum Sein und in die gestaltende Kraft des Gesprächs einer lebendigen Demokratie.

(Karl Martin Pangerl im Vorwort)