Warenkorb
0€ 0

Kurzbeschreibung

Dieses Buch ist als Gesamtschau meiner literarischen Tätigkeiten zu verstehen. Es stellt einen kleinen Überblick und Querschnitt durch mein Oeuvre dar.
Meine schriftstellerische Intention ist es, einfache Geschichten aus dem täglichen Leben zu erzählen. Die Diktion ist einfach gehalten und erhebt keinen Anspruch auf poetischen Zeitgeist. Sie spiegelt meine Freude an ungewöhnlichen oder althergebrachten, heute antiquierten Wortformen.
Erwähnen möchte ich, dass die Einzelheiten der Erzählungen gänzlich auf Tatsachen beruhen.
Ich liebe Geheimnisvolles und Absurdes.
Im Zentrum meines Interesses stand stets Lyrik mit ihrer Verdichtung und Konzentration. Kurzgeschichten, respektive Novellen sind für mich die beste Form, eine Erzählung mitzuteilen.

(Christian Egger im Epilog)



DER BUCHHÄNDLER

Der Gazetten Tandler in üppiger Gestalt,
mit eingedepschtem Kalabreser.
Herr ungelesener Druckwerke,
Matador der speckigen Romane.

Im Halbschatten einer Nische,
in der Lesecouch begraben,
verfaulend von innen her,
verdammt zum Aktenwühlen.

In Etageren die bockigen Schmöker,
Papierknäuel wirr gehortet.
Gedanken, verwurstet in Wortergüssen,
Psalter, geschnitten aus den Träumen.

Im subterranen Schriftenbunker,
Stapel von transkribierten Akten.
Bücher, schwer wie Ziegel,
beblättert von hinten nach vorne.

Muss just ein Legastheniker
so bitterzart die Bücher lieben?
Doch, dass das Leben heißt, sich zu arrangieren,
davon hat er nichts gelesen!



SPÄTHERBST

Wenn die Kastanienkäfer fallen
gesättigt
zwischen den verrückten Kerschenzweigen

Wenn die unflätigen Absinthtrinker
dahinstinken
mitsamt ihren verlassenen Unbundfaltengraubraunhosen

Und Psycho Anna Liese wartet auf die Kälte
gilbend
dort im Pavillon Nummero Acht

Dann flüchtet die Nebelente hin zum Süden
hoffnungsschwanger
doch kommt sie sicher nicht als Schwan zurück