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Kurzbeschreibung

[Falsche ISBN 978-3-99126-095-4 am und im Buch abgedruckt, die korrekte ISBN lautet 978-3-99126-092-9.]

[Diese Publikation ist der Abschluss des „Kunst im öffentlichen Raum“-Projekts OEVERwerk, das 2020 in der Rösselmühle in Graz stattgefunden hat.
Hrsg. von Elisabeth Fiedler, Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, und Antoine Turillon.
Red.: Larissa Meyer, Franziska Schink, Barbara Seyerl, Antoine Turillon, Seth Weiner.
Mit Beiträgen von Anne Faucheret & Anne Juren, Elisabeth Fiedler, Ton Matton, Larissa Meyer, Franziska Schink, Barbara Seyerl, Antoine Turillon, und Seth Weiner.]
[artedition | Verlag Bibliothek der Provinz.]



In Graz kennen alle ihren Namen, niemand hat sie je betreten, ihre Geschichte ist weitgehend unbekannt, das nach ihr benannte Mehl wird noch verkauft. 1270 erstmals erwähnt, ist die Rösselmühle eine der ältesten Großmühlen Österreichs, stillgelegt im Jahr 2014.
Gelegen an einem damals peripheren Produktionsort am rechten Murufer von Graz, dem ehemaligen Arbeiter*innen- und Industriegebiet der Stadt, sind die weithin sichtbaren Türme Zeichen technischer Arbeitsentwicklungsprozesse. Der angrenzende und titelgebende Oeverseepark erinnert an vergangene landwirtschaftliche Nutzung.
Basierend auf unseren Auseinandersetzungen mit dem Themenkomplex Arbeit, Gesellschaft, Kunst und Leben am Institut wurde auf Initiative von Filomeno Fusco die Kooperation mit der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, Studiengang raum&designSTRATEGIEN, unter der Leitung von Ton Matton eingeleitet.
Aus dem danach folgenden Diskurs rund um die Bedeutung von Arbeit als gesellschaftspolitischem Prozess entwickelte Antoine Turillon ein umfangreiches Konzept, an dem Studierende der Universität Linz sowie weitere eingeladene Künstler*innen die Geschichte der Gebäude, Betriebsstruktur und der damaligen Bedingungen erforschten und Arbeiten auf Basis des hier gefundenen Materials entwickelten. In diesem ehemaligen Mühlenkomplex, der als Ausgangsmaterial für OEVERwerk diente, wurden unterschiedliche Formate erarbeitet.
Dass alle Protagonist*innen im ehemaligen Arbeiterhaus wohnten, war integraler Bestandteil des Konzepts, aus dem das Projekt entsprechend gelebt werden konnte. Übernachten, arbeiten, kochen, die Gestaltung von Lebensraum, variabler Bar und entsprechendem Ambiente wurden kooperativ in Verbindung gebracht.
Gezielte Themenführungen zu Geschichte und Funktion der Mühle von Franz Treichler, der den Mühlenbestand heute noch betreut, über die Produktion von Eigentum und Landwirtschaft von Philipp Sattler mit Dubravka Sekulić & Anousheh Kehar, die Beziehung zwischen Industrie und Natur von Ton Matton sowie Setzungen von Kunst im öffentlichen Raum verwoben unterschiedliche Materialien, Bedeutungs- und reale Ebenen. Damit konnten globale Herausforderungen und Fragestellungen auf diesen spezifischen Ort fokussiert werden, aus unmittelbaren Umfeldfunden Produziertes nur hier entstehen.
Einbindung und Berücksichtigung der Nachbarschaft, das vor Ort erworbene Wissen und die Bedingtheiten der die Mühle umgebenden Einrichtungen führten zu Austausch, neuen Fragen, Annäherungen und gegenseitigem Respekt. Die Schaffung künstlerischer, diskursiver und sozialer Räume war Programm. Aus Fragen nach der Bedeutung von Arbeit, nach der Geschichte und speziellen Dynamiken des Ortes, genutzt als Prekarium, wurden Möglichkeitsräume eröffnet, die als Anstoß für weitere Entwicklungen begriffen werden können.
So wurden mit und aus der Zeit, dem Ort sowie wechselseitigen Beziehungen entstandenen Skulpturen, Installationen, Performances, Kompositionen und Konzerten, Filmen, Interventionen, Alltagsproduktionen und theoretischen Verhandlungen nicht nur unmittelbar erfahrbare Entwicklungsprozesse eingeleitet, sondern auch Raum für Wissensproduktion geschaffen, der sich der Gesellschaft öffnete, sich in ihr auffaltete und neues Denken entstehen ließ. […]

(Elisabeth Fiedler im Vorwort)



Siehe auch oeverwerk.at