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Kurzbeschreibung

[artedition · Verlag Bibliothek der Provinz.]
[Hrsg.: Helmuth Gradwohl, Rainer Gradwohl.
Red.: Birgitta Kager.
Texte: Alfred Komarek, Birgitta Kager.]


Karl Korab inszeniert sich nicht, weil er ohnedies wahrgenommen wird, seine Kunst leuchtet statt zu blenden. Als ihm 1971 die exklusive Zusammenarbeit mit der Galerie Krugier in Genf angeboten wurde, freute er sich über diese Wertschätzung, über neue Möglichkeiten, die sich auftaten.
Korab malte, wie er eben malte, doch sein Publikum war gewachsen, über alle Grenzen hinweg. Der internationale Erfolg machte den Namen auch zur Marke, deren Marktwert die Preise bestimmte. Korabs Kunst war fortan nicht nur wertvoll, sondern auch Wertobjekt, für den Tresor erworben, nicht zur Freude. Der Kunstmarkt leidet nun einmal an fiebriger Habsucht, neidgelber Angeberitis und spekulativer Fettsucht. Damit begibt sich der Künstler in eine fatale Abhängigkeit: den Erfolg seiner Arbeit bestimmt nicht nur die Achtung der Kunstfreunde, sondern vor allem die Begehrlichkeit der Anleger und Spekulanten.
Letzteres war Karl Korab gar nicht geheuer. Dann lähmten auch noch private Kümmernisse seine Lust am Malen. Der Künstler beschloss den Vertrag zu lösen. Und schon hatte die Welt wieder zwischen zwei hohlen Händen Platz und war in ihrer Freiheit unendlich groß.
Als Karl Korab in den 1970er Jahren in die große weite Welt aufbrach, bin ich ziellos suchend ins Weinviertel geraten, in dieses sanft wellige Hügelland unter einem hochmütigen Himmel, der die Farben glühen lässt oder sie auslöscht. Der Himmel fängt Streit an oder gibt Frieden, bringt Segen oder zerstört. Dazu Spuren menschlichen Seins: fruchtbares Land, eifersüchtig aufgeteilt und eingegrenzt, langgestreckte Strassendörfer in den Tälern, Kellergassen, leichthin in die Landschaft geschmiegt. […]
(Alfred Komarek)