flügelverleih für nachtschwärmer
Maria Hubinger, Astrid* Walenta
ISBN: 978-3-99126-056-1
27×27 cm, [72] Seiten, zahlr. farb. Abb., fadengeheftetes Hardcover
28,00 €
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Kurzbeschreibung
Die in diesem Buch abgebildeten Malereien von Nachtfaltern sind Teil des Projektes WITNESS TO CHANGE, an dem ich, gemeinsam mit dem Landschaftsökologen Thomas Zuna-Kratky, seit 2015 arbeite. Wir erforschen aus künstlerischer und naturwissenschaftlicher Perspektive den Wandel der Landschaft im unteren Kamptal (Niederösterreich) durch den anthropogenen Fortschritt im Zeitraum der letzten hundert Jahre und zeigen dessen Einfluss auf die Biodiversität am Beispiel der Veränderung des Artenspektrums der Schmetterlinge. Diese Insektengruppe spielt eine essentielle Rolle im Ökosystem und ist ein wichtiger Bioindikator für die Erfassung ökologischer Zustände eines Gebietes. Leben und Fortpflanzung dieser Tiergruppe sind nicht nur an bestimmte klimatische Bedingungen und Landschaftstypen, sondern in vielen Fällen an das Vorkommen einzelner Pflanzenarten gebunden. Wir leuchten jährlich von März bis November mehrmals pro Woche an geeigneten Landschaftspunkten die ganze Nacht hindurch. Die durch das UV-Licht angelockten Falter werden fotografisch festgehalten und bestimmt.
Während der Fokus in der Naturwissenschaft auf der lückenlosen systematischen Erfassung und Bestimmung jedes noch so kleinen Falters liegt, ist mein Zugang emotionaler und sinnlicher Natur. Die vergrößerten Darstellungen besonders ausdrucksstarker Nachtfalter illustrieren die Diversität der weitgehend unbekannten und unbemerkten Spezies in all ihren Details. Schicht für Schicht wird die samtige Gouache-Farbe in dünnen Lasuren auf das Holz aufgetragen. Die Strukturen der von Wind und Wetter gezeichneten alten Dachschindeln einer abgedeckten Almhütte verschmelzen mit den gemalten Texturen der Falter zu einer Einheit, die für mich die Verwobenheit der Lebewesen mit ihrem Lebensraum widerspiegelt.
Meine Malereien inspirierten Astrid*Walenta zu ihren lyrisch-assoziativen Miniaturtexten, als Hommage an den jeweiligen Falter.
(Maria Hubinger)
Ich lieh mir die Flügel der Nachtfalter. (Astrid*Walenta)
[bilder: maria hubinger | texte: astrid*walenta]
Rezensionen
Claudia Theiner: Die Schönen der NachtLautlos, trotzdem voller Stimmen: Die Illustratorin Maria Hubinger benutzt kräftig gemasertes Holz als Hintergrund für die Parade ihrer Schwärmer-Schmetterlinge. Sie kleidet die unscheinbaren Falter in prächtige Roben – und wendet sich zusammen mit der Lyrikerin Astrid Walenta den Nachtschwärmern zu: „helios flieg!/berittenes eulchen/ in flügel gewandet/ helios flieg!“ Richtig schöne Falter zeigt das Buch, Bilder und Texte stimmen überein, die Illustrationen erleuchten die Poesie. Aus flauen Schmetterlingen werden reizende Schönheiten.
([ct], Rezension in: ff. Das Südtiroler Wochenmagazin №21/25 vom 22. Mai 2025, S. 53)
https://www.ff-bz.com/kultur-leben/kultur/2025-21/schoenennacht.html