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Was das alles soll

Roman [I]

Thomas-Roman Eder

ISBN: 978-3-99126-293-0
19,5×13 cm, 168 Seiten, fadengeheftetes Hardcover
18,00 €
Neuerscheinung

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Leseprobe (PDF)



Kurzbeschreibung

Jede noch so geringe Abweichung von der täglichen Routine, dachte ich, hat Auswirkungen auf den restlichen Tag und in der Folge auf den Wochenrhythmus, woraus ein Chaos im Monatsplan entsteht, was schlussendlich das Jahr durcheinanderbringen wird und im schlimmsten Fall eine ganze Existenz vernichtet, das ist die Wahrheit, dachte ich, und von diesem Zeitpunkt an nahmen die Ereignisse ihren verhängnisvollen Lauf.


Rezensionen
Andrea Schuster: [Rezension]

Dies ist ein ruhiges, aber eindringliches Buch über Rückzug, Routine und die Sehnsucht nach Sinn. Der Ich-Erzähler lebt zurückgezogen in seiner Wiener Wohnung, abgeschottet von der Welt, gefangen in einem strengen Tagesrhythmus aus Zeitunglesen, Internet und Essenslieferungen. Er glaubt, den Weltuntergang berechnen zu können – ein Versuch, Kontrolle über eine Wirklichkeit zu gewinnen, die ihm längst entglitten ist. Eine kontrollierte Einsamkeit, die aus dem Gleichgewicht gerät, als ein Nachbar auftaucht…

Eders Sprache ist präzise, ruhig und durchzogen von feinem, fast trockenen Humor. Der Erzähler blickt auf die Welt mit kühler Logik, und gerade in dieser Nüchternheit liegt der Reiz: Es ist der Versuch, Vernunft auf das Unvernünftige des Lebens anzuwenden. Der Text spielt dabei geschickt mit der Frage, was „Normalität“ eigentlich bedeutet.

Besonders stark ist der Roman, wenn er die großen Themen – Einsamkeit, Angst, Kontrollbedürfnis – in alltäglichen Beobachtungen spiegelt. Der Weltuntergang, den der Protagonist berechnen will, ist kein spektakuläres Ereignis, sondern eine Metapher für den inneren Stillstand. Das Leben wird zur Gleichung, die sich nicht lösen lässt. Ketter steht als Gegenfigur für das Unberechenbare, Menschliche – und genau das zwingt den Erzähler, seine Position zu überdenken.

Manchmal wünscht man sich, dass die Figuren emotional greifbarer werden oder dass die Geschichte klarer auf ein Ziel zuläuft. Doch gerade die Offenheit, das Nicht-Erklären-Wollen, macht den Reiz aus.

Das Buch lädt zum Innehalten ein, zum Nachdenken darüber, wie sehr wir selbst an Routinen festhalten, um das Chaos draußen in Schach zu halten – und ob das überhaupt funktioniert.

Ein Buch, das nachdenklich macht.

[…]

Das Buch: Der Erzähler hat sich vor 25 Jahren vollständig aus der Gesellschaft zurückgezogen und in seiner Wiener Altbauwohnung verkrochen. Sein Kontakt zur Außenwelt besteht durch das Internet und die täglich an seine Wohnungstür gelieferte Tageszeitung. Er arbeitet eine Theorie zum Ende der Menschheit aus und will den exakten Zeitpunkt berechnen. Eines Tages ist er gezwungen, seine Isolation aufzugeben und begegnet im Treppenhaus dem Optimisten Ketter, der ab nun häufig uneingeladen zu Besuch erscheint und die Weltuntergangstheorie im entscheidenden Moment ins Wanken bringt. Die Einladungen Ketters zu einem Gegenbesuch schlägt der Erzähler immer wieder aus, bis schließlich etwas Seltsames passiert…

Der Autor: Thomas-Roman Eder ist ein österreichischer Autor, dessen literarisches Schaffen sich durch tiefgründige Themen und präzise Beobachtungen auszeichnet. Mit seiner Erzählung Paradies Hölle, erschienen in der Bibliothek der Provinz, beschäftigt er sich mit den Gegensätzen menschlicher Existenz und eröffnet seinen Leserinnen und Lesern einen vielschichtigen Blick auf die feinen Linien zwischen Glück und Leid. Seine Werke sind geprägt von zwischenmenschlichen Beziehungen und existenziellen Fragen. Er betreibt in Wien eine Rahmenwerkstatt.

([Andrea Schuster], Rezension in ihrem Blog kunstundliteratur. Eine Auswahl gut lesbarer schöner, neuer Bücher aus den Bereich Kunst und Literatur, online veröffentlicht am 5. November 2025)


https://kunstundliteratur.wordpress.com/2025/11/05/thomas-roman-eder-was-das-alles-soll/


BÜCHER [Magazin]: Präzises Bild einer Weltverdrossenheit

Thomas-Roman Eders neuer Roman „Was das alles soll“, erschienen in der Bibliothek der Provinz, wirkt wie ein langsames Aufdrehen eines Lichtschalters: behutsam, blendfrei, aber mit zunehmender Deutlichkeit. Vielleicht liegt dieses Vorgehen in Eders zweitem Beruf begründet. Als Rahmenmacher im 19. Wiener Bezirk weiß er, dass eine Komposition erst im richtigen Umfeld zu sprechen beginnt. Holzart, Kante, Glas – nichts davon ist Beiwerk, alles Teil der Erzählung eines Bildes. Diese Genauigkeit überträgt Eder auf seine Prosa: Jede Figur, jede Geste, jede gedankliche Schleife ist bewusst gesetzt.

Der freiwillige Gefangene von Wien
Im Zentrum steht ein Erzähler, der seit 25 Jahren das tut, wovon viele Menschen in dunklen Momenten phantasieren, ohne es je umzusetzen: Er zieht sich zurück. Radikal. Seine Altbauwohnung wird zum Schutzraum, aber auch zum selbstgebauten Exil. Die Verbindung zur Außenwelt besteht aus zwei dünnen Drähten der Moderne – Internet und Zeitung –, die ihm erlauben, die Welt zu beobachten, ohne sie ertragen zu müssen. Während andere Romane den Rückzug als Eskapismus abtun oder pathologisieren, nähert sich Eder ihm mit einer überraschenden Sachlichkeit. Sein Erzähler ist ein Mensch, der versucht, Ordnung in ein Universum zu bringen, das sich entzieht.

Wenn die Welt plötzlich anklopft
Doch dann wird der Erzähler aus seinem Gleichgewicht gestoßen - durch seinen Nachbarn. Ketter, der Optimist, tritt in sein Leben wie ein Störgeräusch, das sich weigert, ignoriert zu werden. Er taucht ungefragt auf, bringt Wärme in Räume, die über Jahrzehnte abgekühlt wurden, und unterläuft die Apokalypse-Theorie des Erzählers mit einer Mischung aus Naivität und Menschenfreundlichkeit. Eder beobachtet dieses Aufeinandertreffen mit leiser Ironie.

Nichts an dieser Beziehung ist groß oder spektakulär, und doch entsteht eine Spannung, die den Lesenden unmittelbar berührt: Was passiert, wenn ein Mensch, der alles kontrollieren will, auf jemanden trifft, der einfach lebt? Die Einladungen Ketters zum Gegenbesuch werden zum Prüfstein. Die ständigen Absagen des Erzählers wirken wie Mantren eines Menschen, der weiß, dass jede Öffnung gefährlich ist: Wenn man einmal hinausgeht, ist der Rückzug kein vollständiger mehr.

(Rezension erschienen in Bücher-Magazin. Das unabhängige Literatur- & Hörbuchmagazin, online veröffentlicht am 6. Januar 2026)


https://www.buecher-magazin.de/news/praezises-bild-einer-weltverdrossenheit




Weitere Bücher des Autor*s im Verlag:


Paradies Hölle

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