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gartenfacetten

lyrik & prosa

Fabian Thaler

ISBN: 978-3-99126-356-2
21,5×13 cm, 94 Seiten, fadengeheftetes Hardcover
15,00 €
Neuerscheinung

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Leseprobe (PDF)



Kurzbeschreibung

stümperhafte lyrik. irgendwas mit prosa. in der verneinung muss nichts geleistet werden und modern trifft es gut. der literarische antagonist erscheint auf der bühne. erwartungen sind fehl am platz. versuche über versuche. funken von hoffnung in dem chaos, der dann wieder erlischt. der fall ist allgegenwärtig, zum aufstieg kam es nie. ein weiterer ichzentrierter autor, der alles klein schreibt, um seine künstlerische und gesellschaftskritische sicht zu unterstreichen. ist das kunst? ja, und was für eine!! die literaturwelt braucht ihn nicht, doch sie bekommt ihn dennoch. einfach nur stümperhaft. furchtbar. der autor will das land abbilden in all seinen facetten. was bekommen die leserinnen und leser? kuhscheiße, dorfgeschichten und depressives allerlei. es soll text für den kleinen mann und die vermutlich nicht so kleine frau sein. gerade die zielgruppe, die es wahrscheinlich am wenigsten interessiert. alle dazwischen und außerhalb wissen bescheid. stereotypen bestimmen das geschehen. ohne worte lebt es sich leichter. doch hier passiert nur literatur über alles und gegen jeden.


Rezensionen
Thomas March: [Rezension]

Zwischen Großstadt und Land könnte der Unterschied wohl nicht größer sein. So scheint es zumindest in „gartenfacetten“ von Fabian Thaler. Zuerst stehen im Buch Gedichte, am Ende folgen Prosatexte. Lyrik und Prosa beschreiben, wie es ist, im Ländlichen, im Kleinen aufzuwachsen und die Jahreszeiten mitzuerleben. Bei Thaler ist es keine Landidylle, die uns umgibt. Gut erkennbar in seinem Gedicht „inseldasein“: „der see schützt nicht vor dem gerede, welches aus den mündern quillt/anonymität ist hier ein fremdwort in dem ohnehin wortkargen repertoire der leut./die norm bestimmt die routine und die routine ist nichts als ein evolutionärer rückschritt/auf der insel drehst du dich im kreis und der kreis ist dein paradies/lauf so schnell du kannst, um am selben fleck zu bleiben …“ (S. 61) Immer wieder tritt in den Gedichten die der Norm unterworfene Gesellschaft als Antagonist, als Gegenspieler auf. Das lyrische Ich kämpft gegen diese Normen an und so kann auch die konsequente Kleinschreibung gedeutet werden: Ein Aufbegehren gegen unhinterfragte Normen und ein Nicht-auf-demselben-(orthografischen)-Fleck-Bleiben. Was der Autor in seinen „VORwörter[n]“ verspricht, wird auch erfüllt: „ein weiterer ichzentrierter autor, der alles klein schreibt, um seine künstlerische und gesellschaftskritische sicht zu unterstreichen. […] kuhscheiße, dorfgeschichte und depressives allerlei. es soll text für den kleinen mann und die vermutlich nicht so kleine frau sein.“ (S.5) Doch auch wenn Thalers Vorwort vor Selbstironie trieft, so sind seine Gedichte ernst und schaffen es, einen Reflexionsraum für Leser:innen zu öffnen. In „beziehungen am land“ geht es um eine Beziehung, in der keine Liebe mehr ist und um Verdrängung: „schweigen und speiben/in der ehe beginnt die frustkur/für das leibliche wohl ist gesorgt/während es sich der bauer selbst/auf den neuen kalender besorgt/[…]“joa mei“/sagt die mutter zum kind/solang der wolfgang ambros singt,/kanns uns ja nicht so schlecht gehen…“ (S. 15) Und in „frustriert am stammtisch“ wird angesprochen, dass das Wirtshaus kein Ort für Emotionalität und kein Brückenbauerort sei: „ein schauerlicher schnaps/und schon biegen sich die/zehennägel zur tischkante hinauf/der verdauung tuts gut/wie das alter dem wein/nur das weinen lass hier sein/weil das ist kein ort für trauer/nur frust über die unüberwindbare/emotionale mauer/[…] wisch das vergangene fort …“ (S. 66)

Immer wieder flicht Thaler ins Standarddeutsche seinen Heimatdialekt aus Niederösterreich ein: „hoit aus/ned schlecht/herr specht/is da wieda was awigfoin?/Is es diesmal dein selbstbild?/welches zerbricht unter den kritischen gedanken deiner selbst …“ (S. 65). Und immer wieder geht es um die Diskrepanz zwischen dem, was Männer/Herren vorgeben zu sein und was sie dann wirklich sind und machen. Thaler schafft es, den Finger genau in die Wunden unserer Gesellschaft zu legen: „während da nachbar/sei mucksmäuschen daschlagt/weils schowieda de marlboro rot/vergessen had.“ (S. 37) Der Autor entlarvt diese männliche Doppelgleisigkeit mithilfe von Reimen, Aufzählungen, ABC-Darien und waagrechten und senkrechten Gedichtanordnungen.

(Thomas March, Rezension erschienen am Website des BÖS [Berufsverband Österreichischer Schreibpädagog:innen], veröffentlicht im Februar 2026)


https://www.bös.at/rezensionen/gartenfacetten-fabian-thaler/



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