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Kurzbeschreibung

ritt auf der kompassnadel

„never mind“, sagt der inselkönig, denn das englische haben schon die urahnen von käptn Cook gelernt. seine bronzene bauchhaut wölbt sich glänzend über dem grünen palmrock und der blendend weiße knochen im kraushaar bildet die perfekte ergänzung zu den makellosen zahnreihen seines willkommlächelns, „sie brauchen sich nicht zu sorgen, werter herr, wir haben dem kannibalistischen usus auf unserem paradiesischen eiland schon seit längerem abgeschworen und ernähren uns rein vegetarisch! wir verfügen über die schönsten paradeiser, die saftigsten gurken, die knackigsten paprika und die zartesten kohlrabi im gesamten archipel! woher das wohl rührt, fragen sie? kein wunder, düngen wir sie doch sorgsam mit fettem menschenfleisch!“

wir lagen vor madagaskar
und weit und breit keine pest an bord.
ich werde das reisebüro verklagen!

welch schicksal!
die äquatortaufe glänzend bestanden
und heiße immer noch adolf!

zum knacken von kokosnüssen taugt kein konservenöffner. hiezu benötigt die hausfrau einen baumlangen maori, der die machete handzuhaben versteht wie einst im mai!

was ist bloß über den steuermann gekommen? ihn, der uns durch die wüstesten taifune des gelben meeres mit sicherer hand hindurchgeleitet hat, überfällt in schöner re­gelmäßigkeit beim anblick des kreuz des südens ein tropenkoller! dann schüttet er die vergorene ernte einer ganzen zuckerrohrplantage in sich hinein und nimmt das entermesser zwischen die zähne. wegen fort­­gesetzter insubordination schickt ihn schließlich der skipper über die planke, welche er aber aufgrund alkoholbedingter orientierungslosigkeit verfehlt. stattdessen stürzt er kopfüber in eine danebenstehende pütz, wo er sein schänd­liches leben aushaucht. denn merke: was ein echter seebär ist, kann kein wasser vertragen!

heute bis acht glasen mit dem smutje schweinische shanties auf dem unterdeck gesungen, dass sich sogarden ha­­fenmädchen von honolulu die hibiskusgebinde aufgestellt haben würden! anschließend den 42-pfünder auf dem achtersteven geladen und in das karibische himmelsbleu ge­­feuert. was tut man nicht alles anlässlich des geburtstages unserer guten alten queen Victoria?

eine noch fast volle bottle besten jamaicarums über bord gegangen! ärgerliche tölpelhaftigkeit! what shall we do with a drunken dolphin?

der mittelwache ist es ungeheuer. ein alter bos’n mit tätowierungen von hier bis shanghai berichtet, dass man tatsächlich den klabautermann in den wanten gesehen habe, worauf die von aberglauben geplagte crew einen sofortigen kurswechsel verlangt. der kapitän droht mit der neunschwänzigen katze sowie kielholen, allein es hilft nichts! im nu ist die schönste meuterei im gange, dass das blut allenthalben durch das speigatt strömt! ach wären nur alle so bumsfidel wie unser fünfzehn auf des toten manns kiste!

als aussichtsreicher pirateneleve benötigt master Finley Smith nebst goldenem ohrring auch einen papagei, der ihm beständig auf der schulter sitzt. die schönsten, farbenprächtigsten exemplare, so erzählt man, gibt es auf Tortuga zu kaufen. was? fünfzehn dublonen? das wäre ja noch schöner! wozu befindet man sich in der südsee? ich bezahle natürlich in muscheln! sehr wohl, sir, sagt der kaffeebraune ladenschwengel unterwürfig, wir nehmen aber nur solche mit einer perle drin!

vierzehnter julei siebzehnhundertachtundneunzig: das marinegericht seiner königlichen majestät hat zwei infolge trunkenheit aufrührerische sailors zum tode durch den strang verurteilt. nun hängen sie auf der höchsten rahe des flaggschiffs als bunt gewandete gliederpuppen und tanzen in der steifen morgenbrise ihren letzten grog’n’roll!

der inhalt der flaschenpost entpuppt sich als dürftiger, auf einem palmblatt eingeritzter hilferuf zweier schiffbrü­chi­ger auf brandungsumtostem atoll in berüchtigten hai­­fischgewässern! ich werfe sie ins meer zurück. das nächs­­te mal sollen sie sich gefälligst eines pfandgebindes bedienen!

eine letzte breitseite noch, jungs, und dann klar zum entern! pardon wird nicht gegeben, nur genommen!