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Kurzbeschreibung

[Hrsg.: Lilly Hagg. Konzept u. grafische Gestaltung: Lilly und Bernd Hagg.]
[artedition | Verlag Bibliothek der Provinz.]



Angenommen, Gefühle wären objektiv im Raum vorhanden, wie manche Philosophen meinen. Angenommen, sie befänden sich vor uns wie heranziehende Gewitter oder Inseln der Entscheidung, die in der Lage sind, großen Druck auf uns auszuüben.
Dann erleben sie hier ein Bedauern: ein gestauchtes und in die Länge gezogenes Gefühl, das an einen Gewaltausbruch erinnert, den wir bereuen. Weil er sich nicht wiedergutmachen lässt.
Sie erleben einen Windbeutel von Drachentöter, der niemanden rettet, sondern bloß einen ersten Schritt zum Artensterben macht.
Ich habe mich, wie das bei Gefühlsaufwallungen so der Fall ist, wie in einem Stoßgebet in das Bild hineingezaubert und die Rolle der Prinzessin übernommen, die den grausamen Liebesdienst des Ritters übergeht und offen Partei für den Drachen ergreift, den Ahnherren unserer Singvögel, denen es jetzt, wie man liest, als nächstes an den Kragen gehen soll.
Wenn Gefühle tatsächlich objektiv im Raum vorhanden sind, dann schwebt hier also zur Begrüßung eine Zerknirschung im Raum…

(Bernd Hagg)