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Kurzbeschreibung

Als genauer Beobachter und guter Zuhörer hat der Kamptaler Autor Geschichten zusammengetragen, die man sich im Keller bei einem Glas Wein erzählt hat – oder vielleicht noch erzählen wird. Als launiger Betrachter verführt er uns geradezu leichtfüßig, von scheinbar belanglosen Alltags-Beschreibungen über heiter-skurrile Wendungen ins Philosophisch-Nachdenkliche abzugleiten. Zwischen dem ihm eigenen Wort- blitzt immer wieder erfrischend ein gewisser Mutterwitz durch, und mitunter gibt er sich auch kritisch und scharfzüngig. Ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Lesevergnügen.




Aufzeichnung der Lesung „Drei Pils bitte!“ vom 1. April 2022 in Langenlois, Niederösterreich, Teil 3: Andreas Nastl „Immer ist irgendwas“ (von literadio, Sendereihe litnoe – Literatur aus Niederösterreich, Erstausstrahlung: 04.04.2022, Redakteur: Christian Berger)




Lesung der Geschichte „Sakala“. Der Autor im Gespräch mit Christian Berger über die Entstehung der Geschichten und die Arbeit mit dem Verlag. (von literadio, Erstausstrahlung: 03.04.2022)




Aufzeichnung der Lesung in der Alten Schmiede Schönberg, Niederösterreich, am 25. März 2022. Es liest der Autor. (von literadio, Sendereihe litnoe – Literatur aus Niederösterreich, Erstausstrahlung: 28.03.2022, Redakteur: Christian Berger)


Rezensionen
Gertrude Schopf: „Wahrheiten, in Zuckerwatte verpackt“

Als Autor ist Andreas Nastl wieder in Erscheinung getreten. Sein Buch stellt er in kabarettistischen Lesungen vor.

Er redet, wie ihm „da schnowe gwoxn is“, hält mit seiner oft kritischen Meinung nicht hinter dem Berg, was er unter anderem auch als Grünen-Stadtrat (2005 bis 2016) unter Beweis gestellt hat: Andreas Nastl (57) ist ein Analyst des täglichen Geschehens, sieht die „unangenehmen Wahrheiten, und die verpacke ich dann in Zuckerwatte“: So beschreibt er seinen Zugang zum Schreiben.
Auch in seiner neuesten Publikation „Immer ist irgendwas“, 40 „Geschichten aus dem Reich, in dem die Sonne nie aufgeht“ – gemeint sind die Weinkeller –, schildert er oft skurrile Situationen und Begebenheiten (nicht nur aus den Kellertiefen) mit feiner Ironie und pointierter Sprache. Da gibt es autobiografische Geschichten ebenso wie Reflexionen über Langenlois, die Pandemie oder über Flaschenverschlüsse. Das Lesen und Schreiben habe ihn immer schon mehr interessiert als Buchhaltung und Rechnungswesen, gibt er zu – trotzdem hat er die HAK Krems absolviert und war dann beruflich beim Land NÖ (Dorferneuerung) tätig.
2004 ist sein erstes Buch „Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach?“ erschienen – es wurde mit dem Anerkennungspreis des Landes NÖ ausgezeichnet. Es folgten die Dialektbände „wia ma da schnowe gwoxn is“ (2005) und „eigfleischte wegetaria“ (2007), der Erzählband „Miss Verständnis“ (2011) und ein Kooperationsprojekt mit Wolfgang Kühn, „fostviecha“ (2015). Vor der Pandemie war Nastl überaus erfolgreich mit seinem 90-minütigen Solo-Kabarett „Vorsicht Fräskante“ unterwegs, was ihm besonders liegt, denn „eine Rampensau war ich schon immer“, sagt er. Auf der Bühne fühlt er sich wohl – da kennt man ihn schon aus den 90er-Jahren, als er mit Reiner Tiefenbacher und Johnny Diewald das Kabarett „Weine(h)rliches“ unter die Leute brachte. Und auch aus seiner jahrzehntelangen Zeit als LALOAktivist, als er selbst als Darsteller bei den Holzplatz-Shows mitwirkte und zahlreiche Texte geschrieben hat.
Die Ideen und Entwürfe gehen ihm jedenfalls nicht aus: Auf Zetteln in Mappen hortet er unsortiert Geistesblicke, Anfänge von Erzählungen, nicht ausformulierte Satzgefüge: „Es ist wie das Aufsammeln von bunten Steinen am Wegrand.“
Sein neues Buch wird er nun in „kabarettistischen Lesungen“ vorstellen, auch in Zeiten wie diesen, denn es sei „besser, über die kleinen Verrücktheiten zu lachen – über die großen kann man sowieso nur weinen“.

(Gertrude Schopf, Rezension in der NÖN Woche 15/2022 Ausgabe Krems, S. 28)


Manfred Kellner: Sehr feine Geschichten. Frisch eingetroffen!

Fünf Bücher hat der Langenloiser Andreas Nastl seit 2004 bereits veröffentlicht – vom autobiografischen Roman „Wie kommt Kuhscheiße aufs Dach?“ über die Dialektbände „Wia ma da Schnowe gwoxn is“ und „eigfleischte wegetaria – und aundare meakwüadichkeitn“ bis zu „Miss Verständnis – und andere ganz, halb oder gar nicht lustige Geschichten“ und – in Koproduktion mit Wolfgang Kühn – „Vostviecha“. Dazu kam 2019 und 2020 ein Solo-Kabarett-Programm mit dem Namen „Vorsicht Fräskante“. Jetzt legt Nastl unter dem Titel „Immer ist irgendwas“ einen Band mit Erzählungen vor – voller „Geschichten aus dem Reich, in dem die Sonne nie aufgeht“, so der Untertitel.

Das Schreiben von Geschichten, so erzählt Andreas Nastl gern, und so schreibt er es auch im Vorwort seines neuen Buches, „ist für mich wie das Sammeln von außergewöhnlichen Steinen, die am Weg liegen“. Unzählige davon gäbe es, aber nur wenig würden beachtet, betrachtet oder gar aufgehoben. Schön, dass sich der Autor die Mühe gemacht hat, die Geschichten, die er am Wegesrand erlebt oder erdacht hat, aufzuheben und vor allem aufzuschreiben.

Berichte über das Absurde im Normalen
So berichtet Nastl in seinem neuen Buch über die Normalität des Absurden – oder zumindest über das Absurde im Normalen. Er setzt in seinen Texten auf skurrile Wendungen, auf nicht erwartete Schlusspassagen, auf Witz im besten Sinne des Wortes. Denn für ihn, so unterstreicht er, heißt schreiben auch, die Wahrheit in einen heiteren Mantel zu packen – und sie so unter die Leute zu bringen. Doppelbödiges und Hintergründiges findet sich immer wieder, man muss schon aufpassen auf das, was man liest, damit es einem nicht plötzlich so geht wie dem Migranten, der die Frage der österreichischen Supermarktkassiererin „Sackl a?“ als Gruß „Sag Allah!“ versteht und ihn fürderhin als „Grüß Gott!“ verwendet. Sorgsam beschreibt Nastl seine Szenerien, spitzt gern kabarettistisch zu und bleibt dabei doch immer so dicht an der Realität, dass man schon genau lesen muss, um zu erkennen, dass die eigene Umgebung, ja: man selbst gemeint ist.

Wo die Sonne nie aufgeht…
Schon der Buchuntertitel kann unterschiedlich verstanden werden: als Geschichten, die im Weinkeller erzählt werden, wo ja die Sonne nie aufgeht – oder als Geschichten aus der tiefsten, der dunkelsten Provinz. Die Erzählungen selbst lassen beide – und wahrscheinlich noch mehr – Lesarten zu: Da geht es etwa um die nächtliche Ruhestörung durch einen Marder im Hinterhof, um die Eignung der Nasenflöte für Fensterkonzerte oder um die Grenzen von Deutsch-für-Ausländer-Kursen, die an der Supermarktkasse jäh deutlich werden. Da wird über den Weinkeller von damals sinniert, über die Weisheiten der Mutter und die Schlauheit des Vaters oder über die überraschenden Eigenschaften eines Käpt’n auf einem Touristensegler im Mittelmeer. Nastl breitet eine überraschende Steinsammlung von Menschen unterschiedlichster Wesensart aus – die sowohl viele Erscheinungsarten tiefster Provinz abdeckt als auch die Möglichkeit, über sie im Keller beim Wein trefflich herzuziehen.
Aber so oder so: Es ist eine lesenswerte Sammlung von sehr feinen Geschichten. Wer sie nicht zu Ostern geschenkt bekommt, sollte sie sich bei nächster Gelegenheit selbst kaufen. Und lesen!

(Manfred Kellner, Rezension in den Bezirksblättern Krems, online veröffentlicht am 10. April 2022)


https://www.meinbezirk.at/krems/c-leute/sehr-feine-geschichten-frisch-eingetroffen_a5269705