Warenkorb
0€ 0

Kurzbeschreibung

Gert Heidenreichs poetisches Werk Das Meer – Atlantischer Gesang ist ein Epos über die See und die berühmten Kreidefelsen der Côte d‘Albâtre in der Normandie. Seit 1976 ist die französische Küste zwischen Le Havre und Calais die zweite Heimat des Schriftstellers. Sie bestimmt seine Impressionen, Erzählungen und Reflexionen, die sich in seinem Atlantischen Gesang zu einer eigenen lyrischen Form verbinden: eine große Ode auf das Meer und eine dichterische Reise zum Ursprung des Lebens.


Rezensionen
Wolfgang Höbel: Rhapsodie in Atlantikblau

Der Schriftsteller Gert Heidenreich besingt in einem Langgedicht den Ozean vor seiner Haustür. »Das Meer« heißt das mehr als 100 Seiten lange Gedicht des Autors, der nach eigener Auskunft seit vier Jahrzehnten die Sommerzeit in Nordfrankreich verbringt und offenbar ein Haus in der Normandie besitzt. Es ist eine vertrackte und auch ein bisschen verrückte Huldigung an den Atlantik, die da in 28 Kapiteln angestimmt wird. Sie handeln unter anderem von aktuellen politischen Sorgen der Landbewohner über eine »weltweit einstürzende Demokratie«, von Johann Wolfgang von Goethe und E. T. A. Hoffmann und von Gedanken ans eigene Sterben.
Der Dichter Heidenreich, 78, hat zahlreiche Romane, Krimis, Theaterstücke und eine Biografie Thomas Gottschalks veröffentlicht und ist ein herausragend guter Hörbuchsprecher; seinen Hauptwohnsitz hat er in der Nähe von München. Im Gesang auf das Meer lässt er ulkige Wortschöpfungen aufbrausen, beschwört Sturmwind und ozeanische Geister, berichtet von historischen Südpolexpeditionen, aber auch vom riesigen Plastikmüllstrudel im Sargassomeer der Gegenwart. Und in Momenten der friedlichen Wellenbetrachtung wird ihm recht andächtig ums Herz. »Van Gogh, heißt es, ging / wenn ihn ein starkes Verlangen nach Frömmigkeit packte / nachts hinaus und malte die Sterne«, schreibt Heidenreich. »Mir ist das Tageslicht an der normannischen Steilküste / sternig genug.«

([HÖB], Rezension erschienen in Der Spiegel Nr. 49/22 vom 3. Dezember 2022, S. 114)