Verlag  Bibliothek der Provinz Großwolfgers 29 A-3970 Weitra Tel. +43 (0) 2856 / 3794  verlag@bibliothekderprovinz.at
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Veranstaltungen

Ausstellung »Gabriela Brandenstein – Vom Glück des Schauens« in der Eisenberger Fabrik in Gmünd

Sa 19. Aug 2023 um 16:00 bis So 01. Okt 2023 um 17:00


Ort:

Eisenberger Fabrik, 2. Stock
Litschauerstraße 23
3950 Gmünd

Kurzbeschreibung

AUSSTELLUNG
GABRIELA BRANDENSTEIN · »VOM GLÜCK DES SCHAUENS« · Photographie 1965–2020
Ausstellungsdauer: 19. August bis 1. Oktober 2023
Öffnungszeiten: samstags und sonntags, jeweils 11.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungsort: Eisenberger Fabrik, 2. Stock, Litschauerstraße 23, 3950 Gmünd


ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG
Samstag, 19. August 2023, 16.00 Uhr
Laudatio: BRIGITTE BORCHHARDT-BIRBAUMER


Anmeldung erwünscht per E-Mail verlag@bibliothekderprovinz.at oder via Tel. +43 (0) 2856 / 3794
An- und Abreise zur/von der Vernissage mit den ÖBB:
ab Wien Franz-Josefs-Bahnhof 10:28 oder 12:28 Uhr, an Gmünd Bahnhof 12:42 oder 14:42 Uhr;
ab Gmünd Bahnhof 17:08 oder 18:02 Uhr, an Wien Franz-Josefs-Bahnhof 19:28 oder 20:02 Uhr


Eine Veranstaltung von
ARGE die fabrik für Literatur, Kunst, Musik, Buch- & Druckkunst, Litschauerstraße 23, 3950 Gmünd
& Verlag Bibliothek der Provinz, Großwolfgers 29, 3970 Weitra



Hier sind berühmte, zum größten Teil weltberühmte Menschen von Gabriela Brandenstein photographiert worden. Sie werden ausgestellt, und manche stellen sich aus. Alle wissen, dass sie jetzt photographiert werden, aber wie weit wirkt sich dieses Wissen in ihren Porträts aus? Einige erscheinen wie im Schlaf, andere wie im Halbschlaf, manche machen Faxen und wieder andre posieren, indem sie vorgeben, nicht zu posieren, oder sie posieren sozusagen unverhohlen, als wüssten sie genau um ihren Wert (sie wissen es) und wären es gewohnt, sich in Szene zu setzen (sie sind es). Aber sie sind ja alle in Szene gesetzt. Was hält die Photographie hier, was hält sie diesen nun wirklich allen bekannten Gesichtern vor? Hält sie ihnen sie selbst vor? Dann hätte jedes Bild nur einen einzigen Betrachter, der sich selbst durch einen Sucher hätte nur zu gern finden lassen. Zeigt sie, dass diese Gesichter sich, manchmal etwas sehr gespielt, lieber vorenthalten würden als sich auszustellen? Alle diese Menschen sind das Photographiertwerden gewohnt. Wie bewegen sie sich innerhalb dieser Gewohnheit? Das interessiert mich an diesen Photos: Sie zeigen etwas, das von der Künstlerin gezeigt werden muss, auch wenn es sich zu verschließen scheint. Aber in diesem Sich-Verschließen werden die Objekte, also, eingesperrt im Objektiv, werden die Objekte erst richtig real (ich will nicht sagen: wahr. Wahrheit ist nichtssagend, etwas, das sich jedem anbietet, nur sieht dann jeder etwas anderes. Wahrheit ist Lüge). Ich will gar nicht versuchen, in diesen Photos eine Wahrheit zu sehen, ich will nicht eine von unendlich vielen Möglichkeiten sehen, ich will genau diese Photos sehen, mal schauen, ob sie wahr sein könnten. Doch in dem, das alle kennen, nur eben jeder anders, bleiben sie ein Rätsel, denn die Porträtierten versuchen, ihr Sein zu erklären (oder sie versuchen halt gar nichts), indem sie es in dem einen Augenblick des Auslösens darbieten (man sagt ja: auslösen), man löst in einem Menschen sekundenlang eine Art Sturm aus, und dann werden sie aufgelöst, je nach der Auflösung der Photos, in diesem Fall sehr grobkörnig, ohne dass je ein Blitz darübergewischt hätte. Als wollte die Photographin jede einzelne Linie eines Gesichts noch einmal nachfahren, obwohl diese Züge längst abgefahren sind, nicht nur, weil schon so viele auf ihnen gefahren sind oder alle auf sie abfahren, sondern weil sie nur diesen einen Moment, in dem der Auslöser betätigt wird, genauso da sind, in einer Art imaginärer Station anhalten, ganz genauso wie sie es hier sind und daher: sein müssen. Es gibt kein Entkommen. Und man sieht manchmal auch auf diesen Photos, wer entkommen möchte und wer nicht. Die Kamera hat sie für einen Sekundenbruchteil aufgehalten, länger war nicht nötig, obwohl es sicher für jedes dieser Porträts mehrere Varianten gegeben hat. Das Auge der Künstlerin hat sie begutachtet und dieses eine Kaleidoskopbild von Leben ausgewählt, festgestellt unter all den anderen, für immer.

(Elfriede Jelinek, „Der Blick: das heiße Messer“, in: »Gabriela Brandenstein – Vom Glück des Schauens. Photographie 1965–2020«)




GABRIELA BRANDENSTEIN

1944 geboren in Wien
Absolvierung der Graphische Lehr- und Versuchsanstalt
Beginn ihrer Arbeit als Pressephotographin im Kurier unter Chefredakteur Dr. Hugo Portisch
Seit 1974 freiberufliche Photographin
Photoarbeit für Theaterproduktionen am Burgtheater und Akademietheater, Volkstheater, sowie für freie Theatergruppen

BÜCHER
1972 „King-Kong-King“ von André Heller, Thomas Sessler Verlag
1979 „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Maximilian Schell. Das Buch erschien zum Film, Suhrkamp Verlag
1986 „Schubert – Mit meinen heißen Tränen“ von Fritz Lehner. Das Buch erschien zum Film, Edition Wien
1987 „Thomas Bernhard – Dramolette. Der deutsche Mittagstisch“ Burgtheater. Das Buch zum Stück, Suhrkamp Verlag
1995 „Before Sunrise“ von Richard Linklater. Das Buch zum Film, St. Martin’s Griffin New York
2005 „Vienna-Warhol-Vienna“ von André Heller, Selene Verlag

MITARBEIT AN BÜCHERN
1975 „Die Ernte der Schlaflosigkeit in Wien“ von André Heller, mit den Photographinnen Christine de Grancy und Franz Hubmann, Verlag Molden Edition
1976 „Roncalli“ von André Heller. S. Fischer Verlag
1976 „Rom“ von Susanna Sedlmayer, Verlag Molden Edition
1983 „Herbert von Karajan“ Der große Bildband, Westermann Verlag
1991 „Jagmandir – das exzentrische Privattheater des Maharana von Udaipur“ von André Heller, Edition Christian Brandstätter
1991 „Bilderleben Öffentliches und Privates“ von André Heller, Edition Christian Brandstätter
2003 „… mil beschränkter Haftung! Theater m.b.H. und Theaterpolitik im Wien der 80er und 90er Jahre“, Folio Verlag, Wien
2008 „EIiette von Karajan – Das Leben an seiner Seite", Ullstein Verlag
2008 „Michael Heltau – Auf Stichwort“ von Monika Mertl, Deuticke Verlag
2012 „Michael Heltau – Auf d’Nacht, Herr Direktor!“, Styria Verlag

AUTORENPORTRÄTS
In langjähriger Zusammenarbeit mit dem Residenz Verlag, Porträts vieler österreichischer Autoren wie:
H. C. Artmann, Peter Handke, Barbara Frischmuth, Gert Jonke, Peter Rosei etc.

STANDPHOTOGRAPHIN
für nationale und internationale Filmproduktionen
1979 „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Maximilian Schell. Mit Birgit Doll, Hanno Pöschl, Helmut Qualtinger, Jane Tilden etc.
1986 „Schubert – Mit meinen heißen Tränen“ von Fritz Lehner. Mit Udo Samel, Daniel Olbrychski, Traugott Buhre etc.
1988 „The Train“ von Damiano Damiani. Mit Leslie Caron, Ben Kingsley, Dominique Sanda u. a.
1995 „Before Sunrise“ von Richard Linklater. Mit Julie Delpy, Ethan Hawke u. a.

MUSIKERPORTRÄTS
für Schallplatten und CD-Covers großer Plattenfirmen des klassischen Fachs, wie Deutsche Grammophon, Philips, Sony etc.
Claudio Abbado, Martha Argereich, Lazar Berman, Karl Böhm, Pierre Boulez, Alfred Brendel, Sir Colin Davis, Till Fellner, Valery Gergiev, Carlo Maria Giulini, Friedrich Gulda, Paul Gulda, Herbert von Karajan, Carlos Kleiber, Gideon Kremer, Elisabeth Leonskaja, James Levine, Lorin Maazel, Mischa Maisky, Seiji Ozawa, ltzhak Perlman, Maurizio Pollini, André Previn, Sir Simon Rattle, Giuseppe Sinopoli u. a.

AUSSTELLUNGEN
1980 „Begegnungen mit Österreichischen Künstlern“ von Peter Weiermair, Frankfurter Kunstverein
1990 „Fotografen sehen Künstler“, Deutsche Grammophon Gesellschaft Hamburg
1996 „Herbert von Karajan“, Karajan Zentrum Wien
1997 „Künstler – Porträts“, Sommertheater Reichenau
2005–2015 „Schauspielerporträts des Volkstheaters“, Volkstheater, Direktion Michael Schottenberg



Siehe dazu auch
GABRIELA BRANDENSTEIN
VOM GLÜCK DES SCHAUENS
Photographie 1965–2020, hrsg. von Semirah Heilingsetzer & Brigitte Borchhardt-Birbaumer
artedition · Verlag Bibliothek der Provinz
ISBN 978-3-99126-019-6


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