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Kurzbeschreibung

[Fotografien von Erika Schmied. Umschlagbild von Franziska Schmied. Vorwort von Hans Höller]

In »Holzfällen«, 1984, spreche »er auch vom richtigen Zeitpunkt, sich wieder von jemand zu trennen, einen Menschen zu verlassen«, und Schmied setzt dann fort mit ein paar Sätzen, die mit einem »Aber« beginnen, und die zum Schönsten und Gerechtesten gehören, das sich nicht nur über das Verhältnis von Kunst und Leben und über das dem Kunstwerk geopferte Leben sagen lässt, sondern auch über das, wie Sigmund Freud es sah, gemeine Unglück jedes Lebens: »Aber den richtigen Zeitpunkt, jemand zu verlassen, kann es nicht geben. Jedenfalls nicht für beide Seiten. Vielleicht mag der Zeitpunkt für den aktiv Handelnden stimmen. Auf keinen Fall stimmt er für den passiv duldenden, für den verlassenen Partner.«

Es ist ›lebendig, atmet‹, was er über Kunst schreibt, das sagte Hermann Nitsch von den kunsthistorischen Arbeiten Wieland Schmieds. Es gilt nicht weniger für dessen Arbeiten zur Literatur, die selber ans Literarische streifen. Wieland Schmied gehörte in den 1950er Jahren in Österreich zu den Lyrikern, die Paul Celan geschätzt hat, und er hat sich früh schon für die zeitgenössische Literatur eingesetzt. Thomas Bernhard wandte sich an ihn wegen der Publikation seiner Gedichte. An einem Tag im Frühjahr 1954 suchte er Schmied in seiner Wohnung in Mödling auf, und damit begann eine Freundschaft, die bis zum Tod Thomas Bernhards dauerte. Dass der Roman »Frost« 1963 im Insel Verlag Frankfurt erscheinen konnte, ist Wieland Schmied zu verdanken.

(Hans Höller)