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Kurzbeschreibung

[Hrsg. von Bernhard Hainz und Stefan Üner.
Mit Textbeiträgen von Kurt Absolon, Matthias Boeckl, Cornelia Cabuk, Berthold Ecker, Bernhard & Elisabeth Hainz, Elisabeth von Samsonow, Ferdinand Schmatz, Stefan Üner und Hans Weigel]
[artedition | Verlag Bibliothek der Provinz]



1950 sitzt Kurt Absolon im Café Raimund neben Hans Weigel, Herbert Eisenreich und anderen. Drinnen herrscht euphorische Aufbruchstimmung, draußen stehen die Zeichen auf Stunde Null. In Absolons Gefühlswelt brodelt es gewaltig. Wie kaum ein Zweiter prägte Absolon als Maler und Grafiker die österreichische Nachkriegskunst. Die Publikation widmet sich Absolons Leben und Werk und präsentiert zum ersten Mal ein Werkverzeichnis des Künstlers.

Kurt Absolon „war der Begabteste von uns allen!“ Sein Freund Kurt Moldovan brachte es auf den Punkt. Als Maler und Grafiker erreichte Absolon in wenigen Jahren eine beispiellose Entwicklung, die andere über ein langes Leben durchmachen. In nur zehn Jahren bis zu seinem tragischen Unfalltod 1958 schuf er ein reifes und originelles Werk, das sich neben Größen wie Egon Schiele, Alfred Kubin und Herbert Boeckl behaupten kann. Absolon lässt sich stilistisch keiner Kunstrichtung zuordnen. Er war weder Expressionist, Surrealist noch Phantastischer Realist, ein Ausnahmetalent fern von ideologischen Dogmen und Ismen. Abseits von Expressionismus, Kubismus, Surrealismus und Informel entwickelte er eine individuelle Bildsprache, die sich dem existenziellen Dasein des Menschen und seiner Natur widmete.
Als radikaler Grenzgänger und Visionär schuf Absolon poetische Traumwelten in virtuosen Tusche- und Aquarellzeichnungen, expressiven Ölbildern und Druckgrafiken. Kompromisslos verfolgte er seinen Weg, flüchtete in keine dekorative oder ästhetische Welt, sondern zeigte das Sichtbare in subtilen, ausdrucksstarken Bildern. Der Gegenständlichkeit blieb er verhaftet, gab die Realität und das Imaginäre aber nur rudimentär wieder. Absolons bedrohliche Existenzwelten zeichnen sich durch eine expressive Strich- und Linienführung, das Wechselspiel von Form und Farbe und die Konzentration von Leere und Fülle im Bildraum aus). Seine Themen kreisen um Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit, Mensch und Natur. In seine fantastischen Bildwelten im figurativ-narrativen Stil fließen politische, religiöse, literarische und musikalische Themen ein. Biblische Szenen von Hiob und Kain über Sodom und Gomorrha finden sich ebenso wie literarische Vorbilder, von Charles Baudelaire über Arthur Rimbaud bis zu Ernest Hemingway. Absolons subtiles Werk lädt ein, zwischen den Strichen und Linien zu lesen.
(Stefan Üner)